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Einseitiger Kinderwunsch

Wenn der Kinderwunsch zur Streitfrage wird

Es könnte alles so schön sein und eigentlich ist ja auch alles perfekt: Man hat den Partner fürs Leben gefunden, man schwebt auf der gleichen Wellenlänge, die Interessen ergänzen sich gut, die Familien verstehen sich wunderbar, der Freundeskreis ist zusammengewachsen…und dann kommt es doch zu diesem alles entscheidenden Punkt in der Beziehung.

Der eine Partner äußert den Kinderwunsch, der andere schiebt
dies jedoch in weite Ferne oder lehnt gar gänzlich ab.

Und plötzlich gerät die komplette Geschichte der „perfekten Beziehung“ ins Wanken. Nun stellt sich die große Frage, ob hier zwei komplett unvereinbare Lebensmodelle aufeinanderprallen und die Beziehung evtl. daran zerbricht oder ob es sich doch lohnt für den Kinderwunsch zu kämpfen.

Letzten Endes ist die Entscheidung für oder gegen ein Kind eine Entscheidung, die natürlich jedes Paar innerhalb der Paarbeziehung selbst entscheiden muss. In den folgenden Zeilen möchten wir nur ein paar Gedankenanstöße geben, was man für solch eine Entscheidung beachten sollte, denn:

Eine Entscheidung für ein Kind, ist eine Entscheidung fürs Leben.

Sprecht darüber!

„Ich kann mir unser Leben nicht mit einem Kind vorstellen.“ Diese oder solch eine ähnliche Aussage kann so manchen Partner erst einmal völlig aus der Bahn werfen. Viele empfinden diese Aussage als ein „Nein“ zur eigenen Person.

Paar hat einseitgen Kinderwunsch. Was ist nun zu tun. Sie möchte schwanger werden. Er kann sich nicht vorstellen, Vater zu werden.

Der wichtigste Schritt bei dieser Frage ist: sprecht darüber! Versucht euch zunächst einmal die Argumente eures Partners anzuhören und in ein offenes Gespräch zu gehen. Dies muss nicht heißen, dass ihr am Ende des Gesprächs einer Meinung sein müsst. Versperrt euch nur nicht schon im Voraus gegen die andere Meinung eures Gegenübers. Offenheit gegenüber der Sichtweise des Partners zu zeigen heißt auch Offenheit für den Partner und die Partnerschaft zu signalisieren – dies ist die zwingende Voraussetzung dafür, dass eure Partnerschaft weiterhin gelingen kann und zufriedenstellend bleibt.

 

Sprecht konkret über das Thema Kinderwunsch und versucht sachlich zu bleiben. Man sollte die Sache stets realistisch angehen. Übertrieben Erwartungen oder bewusste Schwarzmalerei sind hier fehl am Platz.

Vor- und Nachteile aufzeigen!

Sicherlich wird es anstrengend sein immer wieder das Gespräch zu suchen. Dennoch lässt sich das Thema Kinderwunsch meist gemeinsam lösen. Überlegt euch, welche Verbindlichkeiten, aber auch Probleme ein Kind mit sich bringt und sucht nach Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen. Sprecht aber auch über die Vorteile, die mit einem Kind in euer Leben treten.

Gemeinsam getroffene Entscheidungen akzeptieren!

Wie auch immer ihr eure Entscheidung treffen werdet, wichtig ist, dass sich beide Partner auch daran halten und voll und ganz dazu stehen. Auch spätere Vorhaltungen sind Gift für die Beziehung und helfen nicht weiter. Wenn die Entscheidung gegen ein Kind getroffen wurde und somit ein Partner auf seinen Kinderwunsch verzichten muss, sollten beide dies rückhaltlos akzeptieren. Ansonsten könnte ein einseitiger Kinderwunsch weiterhin unterschwellig Konflikte heraufbeschwören und die Partnerschaft von innen zerstören.

Kompromisse gibt es nicht!

Bei der Entscheidung für oder gegen ein Baby gibt es keine Kompromisse, denn: ein bisschen schwanger geht nicht. Ganz oder gar nicht. Meist sitzt der betroffene Partner zwischen den Stühlen. Einerseits steht da die Beziehung, andererseits das unerreichbar scheinende Familienglück. Auf lange Sicht hin zahlen Partner, die ihren Kinderwunsch aufgeben, einen hohen Preis. Ein lange Jahre gehegter Kinderwunsch, der unerfüllt bleibt, kann zum Beispiel Depressionen oder psychische Erkrankungen auslösen. Daher ist es ratsam, dass ihr niemals einen Kompromiss eingeht, sondern gemeinsam nach einer Lösung sucht, die für beide machbar ist.

Zwingt euren Partner zu nichts!

Einige Partner mit einem sehr intensiven Kinderwunsch, greifen auch zu drastischen Maßnahmen. Hier gilt jedoch VORSICHT! Ohne Absprache die Pille abzusetzen und dem Partner ein Kind unterzujubeln und auf „ein gutes Ende“ zu hoffen, ist höchst riskant für die Partnerschaft. Die meisten Beziehungen zerbrechen an dieser Handlungsweise, weil sich die Partner überrumpelt oder gar betrogen fühlen.

Männer tun sich generell schwerer mit dem Thema!

Männer tun sich generell etwas schwerer mit dem Kinderwunsch als Frauen. Dies zeigte auch eine Studie der Robert-Koch-Stiftung 2006. Hier wurde klar, dass ein Viertel der befragten Männer keine Kinder haben möchten. Bei den Frauen lag der Anteil bei etwa jeder 7. Frau um einiges geringer. Oftmals wird die Angst vor der Vaterrolle angegeben oder es stecken noch negative Kindheitserinnerungen in den Knochen. Zudem sehen sich viele Männer auch heute noch in der „Versorgerrolle“ innerhalb der Familie. Sie fühlen sich mit dem Gedanken, eine Partnerin und dann noch den Nachwuchs versorgen zu müssen, schlichtweg überfordert.

 

 

Paar mit einseitigem Kinderwunsch diskutieren

Wir wünschen euch, dass ihr schnell eine Lösung beim Thema Kinderwunsch findet und ihr beide gut mit der Entscheidung leben könnt!